Der Wald in Zeiten des Internets

Wald_nzz
Wie das Zeitalter des Internets unsere Sicht auf den Wald verändert und wie Bodenforscher heute die Aktivitäten der „verpilzten Wurzeln“, den sogenannten Mykkorrhizen auf dieser Grundlage neu einordnet, beschreibt Stephan Porombka in seinem spannenden Artikel „Wood Wide Web“.
Porombka schärft aus kulturhistorischer Perspektive unseren Blick für die Verknüpfungen zwischen auferlegten Mythen über den deutschen Wald durch einstige römische Eroberer mit tradierten Vorstellungen eines dunklen Unbekannten, die sich aus jenen formierend in den Lehren neuzeitlicher Psychologie wiederfinden. Die Verbindungen, die der Autor hierbei beschreibt, lassen sich als Teile einer Struktur einordnen, die aktuell unter dem Begriff der „Akteur-Netzwerk-Theorie“ einen breiten Anklang in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen findet.
Dass sich aus der Symbiose aus Pilz und Baum im nicht-sichtbaren Teil des Waldes, also unterhalb der Erde, wichtige Beobachtungen auf dem Weg zur Entschlüsselung über das „Geheimnis des Waldes“ machen lassen, ist einer der vielen interessanten Informationen dieses Artikels. Ein weiterer wichtiger Hinweis, der im Artikel kritisch betrachtet wird, ist: „Sogenannte Urwälder findet man in Europa heute kaum noch. Die meisten sind nur noch „naturnah“, wie es in der Sprache des Forstamtes heisst.“ Neubepflanzung und Fällung von Bäumen seien dabei genau getaktet, und zwar nach dem Zeitpunkt ihrer Nutzbarkeit. Dabei könnten Mykkorrhizen unter anderem dazu eingesetzt werden, Waldstücke zu erhalten.
Genau an diesem Punkt setzen wir mit unserer Arbeit von und im ECHTWALD an. Damit Wald wieder eine Art Ur-Wald werden darf, der ober- und unterhalb des Bodens ungestört wachsen und somit auf diesem Waldboden wieder ein natürlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen entstehen kann.

Posted on 09. September 2014

Archive

2016

2015

2014

2013

2012