Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

EW_Nebel

Nicht nur was für Waldliebhaber ist diese Arbeit von Rodney Graham. Als Sohn des Geschäftsführers eines Forstwirtschaftsbetriebes entwickelte Graham bereits früh eine Verbindung zum Wald. Eine solche Verbindung ist derzeit in Grahams Videoarbeit „Edge of a Wood“ in der Neuen Nationalgalerie zu bestaunen.
In Rodney Grahams Videoinstallation "Edge of a Wood" (1999) sind zwei Projektionsflächen zu sehen, auf denen immer wieder Fragmente eines nächtlichen Waldrandes – beleuchtet durch den Suchscheinwerfer eines Helikopters – aufscheinen. Das permanente Changieren im Bild zwischen Sichtbarkeit des fragmentarisch gewordenen Waldrandes und seiner Nicht-Sichtbarkeit wirft den Betrachter regelmäßig zurück auf eine lückenhafte optische Wahrnehmung. Der wummernde Rhythmus der zirkulierenden Helikopterrotoren begleitet den sich wiederholenden Loop der Videoinstallation. Die Installation wird zu einer repetitiven Ereignisschlaufe, die in ihrer Konstitution als Bild- und Klanggefüge die Wahrnehmung des Betrachters befragt. Ist es der gleichmäßige, dumpfe Rhythmus, der uns in Trance schaukelt oder der Loop des Videobildes, der uns daran hindert, die einzelnen Waldrandelemente zu einem vollständigen Bild zusammenzusetzen?
Schauen Sie doch einmal selbst! Zu sehen ist die Ausstellung „Ausweitung der Kampfzone. 1968-2000. Die Sammlung Teil 3“ noch bis zum 31. Dezember 2014 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin.

Posted on 05. February 2014

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