Europa wird wieder grüner

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Als eine Greenvolution könnte man vielleicht die Entwicklung der Grünanteile im Landschaftsbild Europas seit dem 19. Jahrhundert bezeichnen, liest man sich das interessante Interview mit dem Forscher für Geoinformatik und Fernerkundung Richard Fuchs durch. Der seit dem Mittelalter bestehende zivilisatorische Raubbau an der wertvollen Ressource Holz und dem damit verbundenen Abholzen der Wälder wurde durch zweierlei Faktoren zu einem Rückgang bewegt: Zum einen nahmen die natürlichen Waldvorkommen seit dem 19. Jahrhundert durch jahrhundertelangen Abbau in Europa rapide ab und zum anderen erkannte man, dass die Ressource Holz geschont werden muss. Für positive Regenerationsgebiete natürlicher Grünvorkommen nennt Fuchs ehemalige Seefahrernationen wie Großbritannien oder die Niederlande, die einen enormen Holzverbrauch für den Schiffsbau hatten, ihren Waldanteil seit 1900 jedoch von rund zwei auf satte elf Prozent erhöhen konnten.
Auch der Rückgang an landwirtschaftlichen Nutzflächen durch verschiedene Optimierungsverfahren habe dazu geführt, dass weniger Fläche in Europa als Nutzfläche für die Landwirtschaft verwendet werde. Somit entstehe wiederum mehr wilde Freifläche, die von der Natur zurückerobert und auf der wieder Wald entstehen könne. Nicht unkritisch bleibt jedoch die simple Schlussfolgerung im Interview aus den Schilderungen nach einer rein positiven Bilanz über unser Naturbild in Europa heute, das nach wie vor, so Fuchs, enorm unter der Landwirtschaft gelitten habe: Verdrängung von Flora und Fauna durch die Landwirtschaft, Ausweitung von Monokulturen in Wäldern und ein Verlust der Arten als Folge dessen sind nur drei von vielen maßgeblichen Problemen, die demnach aus der Kultivierung der Natur entstanden sind.

Geschrieben am 21. Juli 2015