Wie man in den Wald hineinruft...

Oder wie Bambi zum Täter wurde

EW_Hirsch

Artenvielfalt im Wald und wie funktioniert das? Das ist eine der Kernfragen, die das SZ-Magazin vor einem Monat in einem ausführlichen Interview mit dem Professor für Botanik Ernst-Detlef Schulze diskutiert hat. Dabei offenbart Schulze den Lesern nicht nur sein theoretisches Know-How bei Fragen um den Zustand des deutschen Waldes in der heutigen Zeit oder dem Nutzen und Wert artenreicher Wälder im Vergleich zu ökonomischen Monokulturen. Er entlarvt nebenbei Ebenholzmitbringsel aus Kenia als eingefärbte deutsche Buche und enthebt unser von Walt Disney geprägtes Bild des kulleräugigen Bambi-Rehs seiner märchenhaften Unschuld. Als Verwalter eines eigenen Waldstücks in Thüringen konnte Schulze dort anhand eines Versuches aufzeigen, dass im eingezäunten Waldbereich – im Unterschied zum nicht eingezäunten – die 15 verschiedenen Baumarten, die er dort gepflanzt hat, ungestört wachsen. Im Vergleich dazu wachse im nicht eingezäunten Waldstück lediglich die Buche nach, da alle übrigen Baumknospen von den sich in diesem Bereich frei bewegenden Rehen verbissen würden. „Wildschweine“ hingegen, so Schulze, „finde er prima im Wald“. Diese würden nämlich mit ihren Umgrabungen dafür sorgen, dass der Mineralboden an die Oberfläche komme und dadurch die Etablierung von Baumarten begünstigt würde.
„Puh!“, sagen wir an dieser Stelle von ECHTWALD, da hat unser Eberhard ja noch mal Schwein gehabt!

Geschrieben am 20. Januar 2014